Immer Trouble in der Schule

Die meisten von euch gehen noch zur Schule. Doch Rheuma macht den Schulalltag nicht einfach. Schulweg, Schulgebäude, Stundenplan, Pausen, schriftliche Arbeiten, Schulbücher, Fehlzeiten, Mitschüler, Klassenausflüge und Medikamente erschweren so manches.         

Gerade in der Schule trifft man auf wenig Verständnis. Mitschüler hänseln einen wegen der Handschienen, Lehrer unterstellen euch vielleicht, dass ihr die Krankheit vorschiebt, um euch zu drücken. Seid ihnen nicht böse: Sie wissen einfach nichts über kindliches Rheuma und eure Beschwerden. Die Mithilfe eurer Eltern wird hier besonders benötigt, um die Lehrer aufzuklären.

 

Schulweg

Der Schulweg ist oft zu weit und auch mit Bus oder Bahn beschwerlich. Ihr seid schon mit eurer Schultasche und vielleicht euren Stützen oder einem Gehroller belastet. Schlechte Verkehrsanbindungen machen die Situation noch schwieriger. Oft übernehmen Eltern den Transport mit dem eigenen Auto. In Ausnahmefällen werden die Kosten nach Vorlage eines ärztlichen Attestes übernommen. Auskunft geben die Schul- und Landratsämter.

 

Schulgebäude

Die Schulen sind nicht immer auf Schüler eingestellt, die körperlich eingeschränkt sind. Es gibt viele Treppen, aber Aufzüge oder Auffahrtsrampen für Gehroller fehlen. Um die Gelenke zu schonen, sollte Treppensteigen möglichst vermieden werden - zumal die Schultasche oft schwer ist.

 

Vor Schuljahresbeginn könnten folgende Dinge geklärt werden:

  • Darf der Aufzug benutzt werden?
  • Kann das Klassenzimmer ins Erdgeschoss verlegt werden?
  • Und wenn die Schultasche mal allzu schwer wiegen sollte: Vielleicht ist euch ein Mitschüler behilflich?

 

Stundenplan

Nicht alle eure Fächer finden im selben Raum statt. Ihr müsst dann mit allem Tragbaren im Gebäude umherwandern, die Treppen rauf und wieder runter. Beim Sportunterricht könnt ihr zeitweise oder auch dauerhaft nicht mitmachen - ihr sitzt herum und könntet soviel Sinnvolleres erledigen.

Vielleicht kann der Stundenplan so gestaltet werden (mit dem Schulleiter rechtzeitig absprechen), dass

  • möglichst viele Stunden im selben Klassenraum stattfinden.
  • der Sportunterricht an den Anfang oder Ende des Unterrichts gelegt wird. Dann könntet ihr später kommen oder früher gehen (Zeit für Arztbesuch oder Krankengymnastik) oder schon eure Hausaufgaben machen.

Besprecht mit dem Sportlehrer, inwieweit der Sportunterricht so gestaltet werden kann, dass auch ihr teilweise, z.B. bei leichten Übungen, mitmachen könnt.

 

Pausen

Dass ihr während der Pausen in den Pausenhof gehen sollt, wisst ihr. Treppen müssen bewältigt werden, langes Stehen ist angesagt. Vor allem bei kühlem oder feuchtem Wetter ist es kein Vergnügen.

Besprecht am besten mit dem Klassenlehrer, ob

  • ihr während der Pause im Klassenzimmer bleiben dürft.
  • euch vielleicht ein Mitschüler/Freund Gesellschaft leistet, damit es nicht zu langweilig ist.

 

Schriftliche Arbeiten

Der Unterricht fordert euch mehr als eure Klassenkameraden. Gerade beim Schreiben habt ihr Probleme, wenn Hand- oder Fingergelenke betroffen sind. Handschienen verlangsamen das Schreibtempo, und ihr müsst öfter Ruhepausen einlegen.

  • Bittet euren Lehrer um Rücksicht, da ihr nicht so schnell mitschreiben könnt.
  • Bittet um mehr Zeit bei Klassenarbeiten - das ist gesetzlich geregelt! (Antrag und ärztliches Attest dem Schulleiter vorlegen).
  • Wenn eure Gelenke schwer betroffen sind, kann als Schreiberleichterung auch ein Computer erlaubt werden.

 

Schulbücher

Die Schultasche ist schwer, weil ihr so viele Bücher mitnehmen müsst.

Ein zweiter Satz Schulbücher wäre sehr hilfreich. Dann kann ein Satz zu Hause gelassen werden, der andere bleibt in der Schule. Nie mehr schwere Bücher schleppen! Die Notwendigkeit eines zweiten Schulbuchsatzes kann der behandelnde Arzt mit einer Bescheinigung unterstützen.

 

Fehlzeiten

Durch Klinikaufenthalte und Arztbesuche versäumt ihr ziemlich viel Unterricht. Es wird immer schwieriger, den Stoff nachzuholen und zu verstehen. In diesem Fall könnt ihr die Möglichkeit des Sonder- oder Förderunterrichtes nutzen. Laut einer Empfehlung des Bundeskultusministeriums sind keine durchgehenden Fehlzeiten notwendig. Es genügt schon, wenn häufige, tageweise Fehlzeiten vorkommen. Da dies aber nur eine Empfehlung ist, müsst ihr euch bei eurem Klassenlehrer oder Schulleiter genau informieren, wie das in eurem Bundesland gehandhabt wird.

 

Mitschüler

Die Mitschüler haben oft wenig Verständnis für die erwähnten Erleichterungen. Eure "Sonderbehandlung" kommt bei manchen nicht gut an. Was könnt ihr tun?

  • Besprecht die Situation mit eurem Klassen- oder Vertrauenslehrer.
  • Gebt Euren Mitschülern Infos über die Krankheit.
  • Sucht gemeinsam eine Möglichkeit, mit der Klasse über Rheuma bei Kindern und Jugendlichen zu reden.

 

Klassenausflüge

Klar, ihr wollt natürlich dabei sein, wenn eure Klasse einen Ausflug macht! Rheuma soll euch daran nicht hindern.

Unsere Tipps:

  • Achtet auf die Wahl des Ausflugsziels und redet bei der Planung des Ausflugs mit.
  • Fragt eure Freunde/Mitschüler, ob sie euch bei anstrengenden Strecken helfen können.

 

Medikamente

Viele von euch nehmen Medikamente. Einige von ihnen beeinflussen die Konzentrationsfähigkeit! Wenn ihr im Unterricht Schwierigkeiten habt euch zu konzentrieren, sagt dem Klassenlehrer Bescheid, damit er auf euch Rücksicht nehmen kann. Noch wichtiger ist es, mit dem Arzt zu sprechen. Vielleicht kann er die Medikamente ändern, damit ihr weniger Probleme damit habt.

 

Weitere Informationen für Lehrer bietet die Broschüre "Das rheumakranke Kind in der Schule" der Deutschen Rheuma-Liga. Sie kann unter  www.rheuma-liga.de heruntergeladen werden.

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