Die Familie
Tagesablauf
Ihr befindet euch in einer ganz neuen Situation: Ihr müsst häufig zum Arzt, längere Klinikaufenthalte einplanen und regelmäßig Krankengymnastik machen. Beim Sport mitmachen könnt ihr nur noch eingeschränkt oder vielleicht erst einmal gar nicht mehr. Ihr braucht Hilfsmittel wie Roller oder Handschienen, über die sich andere möglicherweise lustig machen.
Vor allem benötigt ihr für alles mehr Zeit. Besonders morgens nach dem Aufstehen sind die Gelenke noch steif, lassen sich schlecht bewegen und schmerzen. Fürs Waschen und Anziehen braucht ihr viel länger als üblich. Oft gerät man dann in Hetze. Um das zu vermeiden, ist es sinnvoll, etwas früher aufzustehen, vielleicht bleibt dann noch Zeit für eine Kälte- oder Wärmepackung. Auf jeden Fall sollten eure Eltern die Lehrer bzw. Erzieher informieren, dass es morgens manchmal länger dauert und ihr vielleicht nicht rechtzeitig zum Unterricht da sein könnt. Oder ihr nehmt dies auch selbst in die Hand.
Die Schule kann anstrengend sein. Vielleicht legt ihr mittags, direkt nach dem Essen, eine kleine Mittagsruhe ein - dann seid ihr fit für den Rest des Tages. Besonders wichtig sind auch regelmäßige Kälte- bzw. Wärmebehandlungen sowie Krankengymnastik, um die Gelenke beweglich zu halten. Plant feste Zeiten in eurem Tagesablauf ein, dann vergesst ihr es nicht. Aber am Sonntag habt ihr euch auch mal eine Pause verdient!
Freizeit
Auch die Freizeitgestaltung muss neu durchdacht werden: Wegen der Erkrankung könnt ihr zum Beispiel oft nicht mehr beim Sport mitmachen oder nur eingeschränkt. Das ist erst einmal ein Schock: kein Lieblingssport mehr! Aber auch andere Sportarten wie
- Schwimmen
- Langlauf
- Radfahren
- leichtes Wandern oder auch
- Tischtennis, Reiten, Federball (nur bedingt möglich)
sind alles andere als langweilig!
Und es gibt ja noch sooo viele neue Hobbys zum Ausprobieren: Zwischen "A" wie Aquarellmalerei und "Z" wie Zierfische findet ihr bestimmt was für euch. Oder ihr versucht’s mal mit Singen, mit einem Instrument oder einer Theatergruppe. Habt Mut und probiert es aus! Gemeinsam mit Freunden macht es noch mehr Spaß. In der Familie findet sich sicher auch jemand zum Skat spielen.
Und nicht zu vergessen: Auch eure Geschwister leiden unter der neuen Situation; sie sind vielleicht eifersüchtig und fühlen sich benachteiligt, weil sich alles nur noch um das Thema Rheuma dreht. Aber vielleicht haben sie auch Lust, in die Behandlung einbezogen zu werden, indem sie euch z. B. die Eisbeutel anlegen. Auf der anderen Seite könnt ihr ihnen vielleicht helfen – zum Beispiel bei den Hausaufgaben?

