Und was kann man dagegen tun?

Eine frühzeitige Diagnose durch den erfahrenen Kinderrheumatologen ist wichtig: je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf gute Behandlungsergebnisse - desto geringer ist die Gefahr bleibender Schäden.

 

Etwas die Hälfte der chronischen Erkrankungen kann bei konsequenter Therapie – innerhalb von 5-10 Jahren - zur Ruhe gebracht werden.

 

Eine frühzeitige, umfassende Therapie ist daher entscheidend für den Verlauf. Sie beinhaltet die medikamentöse Therapie, die lokale Kälte- und Wärmebehandlung, die krankengymnastische Behandlung und die Ergotherapie. Die psychosoziale Betreuung der ganzen Familie darf nicht fehlen. Oft werden auch Augenärzte, Kieferorthopäden, Rheumachirurgen oder Kinderorthopäden hinzu gezogen. Wichtig ist, dass die Kinder wie Eltern über die Krankheit gut informiert, geschult und in die Therapie einbezogen werden. Denn die Behandlung muss zu Hause konsequent fortgesetzt werden.

 

Wie sieht die Behandlung aus?

 

Die Behandlung richtet sich immer danach, wie schwer die Entzündung ist und wie viele Gelenke betroffen sind. Entzündungen und Schmerzen sollen bekämpft, die Grundkrankheit abgekürzt bzw. beendet und bleibende Gelenkschäden verhindert werden.

Verschiedene Behandlungsmethoden werden hier kombiniert, die wiederum individuell ausgerichtet sind.

 

Medikamentöse Therapie

 

Eine medikamentöse Behandlung ist für die meisten Rheumakranken grundlegend. Die Medikamente bekämpfen und verhindern Entzündungen. Auch Schmerzen und Fieber werden damit behandelt. Es gibt verschiedene Medikamentengruppen:  Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) werden am häufigsten verordnet. Sie lindern Schmerzen und bekämpfen die Entzündung.  Basistherapeutika, zu denen auch die Immunsuppressiva gehören, wirken speziell auf den rheumatischen Prozess ein. Sie werden angewendet, wenn der alleinige Einsatz von NSAR nicht ausreicht. Sie wirken oft erst nach mehreren Wochen oder gar Monaten und sollen die Krankheit auf einer frühen Stufe, der Basis (daher der Name), beeinflussen. Deshalb ist es so wichtig, sie konsequent über längere Zeit einzunehmen.

Systemische Cortisonpräparate werden beim Kind eher zurückhaltend und bei besonders schweren Fällen eingesetzt, wenn andere entzündungshemmenden Medikamente nicht mehr ausreichen. Richtig angewendet ist Cortison ein sehr wirksames antirheumatisches Medikament. In der Kinderrheumatologie wird es vor allem am Auge bei einer rheumatischen Augenentzündung (Iridozyklitis) oder zur Injektion in einzelne Gelenke eingesetzt.

 

Krankengymnastik

 

Die Krankengymnastik ist bei Rheuma-Erkrankungen unverzichtbar. Sie muss regelmäßig, meist über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Die Gymnastik verbessert die Gelenkigkeit, lindert Schmerzen, löst Muskelverspannungen, kräftigt die Muskulatur und vermeidet Fehlstellungen. Springen, Hüpfen und Laufen, aber auch Fersensitz oder Hocke sollte man vermeiden, da diese Übungen die Gelenke belasten.

 

Lokale Kälte- und Wärmebehandlung

 

Eine Schwellung kann meist durch eine Eispackung gelindert werden – auch wenn´s kalt und unangenehm ist. Diese entzieht dem Gelenk die überschüssige Wärme und hemmt die Entzündung und den Schmerz. Am besten legt man die Packung 3 - 4mal täglich für 10-15 Minuten auf. Bei kleinen Kindern ist eine sanftere Kälte mit Alkohol- oder Quarkwickeln zu empfehlen.

Wenn die Entzündung und die Schwellung abgeklungen, aber die Bewegungen noch eingeschränkt sind, behandelt man das Gelenk dagegen mit Wärme. Fango- und warme Gelpackungen wirken muskelentspannend und fördern die Durchblutung.

 

Ergotherapie

 

Mit Hilfe der Ergotherapie wird richtiges Gelenkverhalten geübt. Spielerische und handwerkliche Tätigkeiten, z.B. mit Ton oder Knetmasse, aktivieren die Muskeln, die den Fehlhaltungen entgegenwirken. Man lernt hier, alltägliche Aktivitäten gelenkschonend auszuführen.

 

Hilfsmittel

 

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die die Gelenke entlasten. Sie sollen euch den Alltag erleichtern:

  • Rollpferdchen oder Dreiräder für Kleinkinder
  • Gehroller mit Sitz für größere Kinder
  • Fahrrad
  • Unterarmstützen für Schulkinder und Jugendliche, um die Beingelenke zu entlasten
  • Handfunktionsschienen bzw. Lagerungsschienen. Gerade die Schienen werden ganz individuell angepasst. Es gibt sie mittlerweile in allen möglichen schicken Farben.

 

Sozialmedizinische Betreuung

 

…darf natürlich auch nicht fehlen. Es ist nicht leicht, mit Rheuma zu leben. Ihr könnt bei vielem nicht mitmachen, stoßt auf Vorurteile, fühlt euch allein gelassen. Neben euren Eltern geben euch die Therapeuten der Fachkliniken Tipps für den Alltag, für die Schule oder den Beruf. Sie beraten euch, wenn es darum geht, Anträge zu stellen oder Bescheinigungen zu bekommen. Sie hören aber auch zu, wenn ihr über eure Sorgen und Ängste sprechen wollt. Natürlich sind sie auch für eure Eltern da, die manchmal einfach überlastet sind.

 

Ausführliche Informationen bieten die verschiedenen Ratgeber auf der Seite „Bücher und Broschüren zum Thema Kinderrheuma“ in unserem Info-Center.

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